Coronierte Chorprobe

Salto Chorale Berlin – Proben jetzt wieder möglich

Darauf habe ich schon lange sehnsüchtig gewartet. Endlich wieder in gewohnter Umgebung einen anständigen Sound beim Singen auch hören können. Darauf freue ich mich schon sehr. Aber nun erst mal hinkommen zum ersehnten Probenraum. Fahre mit dem Auto um zwei Ecken und auf einmal so viele Autos vor mir. Nicht schlimm, biege ich eben links ab, Mist geht nicht. Also weiter, vielleicht rechts ab. Geht nicht, Baustelle, nur eine Spur. Also gerade aus über Baumschulenweg? Lieber nicht – sieht alles voll aus. Also über Sonnenallee und Elsenstraße. Noch nie so viele Autos vor diesen Ampeln gesehen. Ok, nicht zu ändern. Endlich in der Elsenstraße und noch mehr Autos. Nur weg hier, Richtung Oberbaumbrücke. Na prima, voll, voller, noch voller. Ergebe mich dem Schicksal, muss ja irgendwie über die Spree kommen.

Endlich da. Maske auf. Hechel die Treppe hinauf, ach ja, Hände desinfizieren, öffne die Tür und da ist es, mein Ziel. Ein riesiger Raum, alle stehen schon auf ihren Positionen. Fein säuberlich in mehreren Reihen aufgestellt mit mindestens 2 Metern Abstand in alle Richtungen (Foto). Man hat mich sogar vermisst und fragt besorgt warum ich erst jetzt erscheine. Ich winke ab. Ich will endlich schön singen.

Los geht’s mit „Heaven is a wonderful place“. Die solange entbehrte Klangfülle fühlt sich gut an. Ein wenig fremdelt man jedoch noch mit dem neuen Klangerlebnis. Die weiten Abstände zwischen uns ergeben noch einen ungewohnten Klang. Zu schnell vergeht die halbe Stunde, die wir singen dürfen. Also alle Fenster auf. Donnerwetter, die Fenster haben ja alle neue Haken zum Feststellen bekommen. Die Pause verbringen wir in kleinen Grüppchen verteilt auf mehrere Klassenzimmer, die natürlich schon vorgelüftet waren.

Nach der Pause wagen wir uns mit großem Tempo an unseren neuen Titel „Count on me“. Irgendwas stimmt im Sopran noch nicht. Antje zeigt den Damen irgendwas mit wippenden Knien, was offensichtlich den gewünschten Ton unterstützen soll. Diese Bewegung soll bei den Damen nicht unbekannt sein und dabei helfen, wenn man mal müssen muss. Man mag es nicht glauben, aber es scheint zu funktionieren. Anschließend widmen wir uns unserem neuesten „schlimmen Schlager“ mit dem Titel „Spaniens Gitarren“, der mit sehr vielen seltsamen Instrumenten ausgestattet ist: z.B. ring-dige-ding, dw-dw, da-dl-la, huu-huu, domdomdomdom, düdl-lüdl-lü und alles verbunden mit Tortilla, Amigo und rack-zappa-du, das ganze angereichert mit Sonnenschein, Sombreros und rassigem Flamenco. Schade, schon wieder ist die halbe Stunde rum, also Ende. Alle Fenster wieder auf und das Hygiene-Team zum nachsitzen bitte Platz nehmen. Einer muss ja die Fenster zumachen.

rai