Das Instrument der Chorleiterin

Oder: Neue Lieder auf der Chorfahrt.

Neue Versuche, den Ton zu halten und auch nach hinten raus nicht abzusaufen. Beine heben, Arme heben, linke und rechte Seite strecken, auf die Zehenspitzen stellen, Unterkiefer fallenlassen, Lächeln, Zähne zeigen, auf imaginäre Leitern steigen, um von oben auf die Töne zu schauen, damit diese, von unseren Blicken angesaugt, heller klingen, zarter. So ein Chor ist eben kein Kontrabass und auch keine Tuba, wo es mit ein bisschen Mundstück küssen oder Warmspielen getan ist. Kein Instrument ist komplizierter als ein Chor.

Ständig muss man geduldig die Geräusche abstellen, die so ein Chor macht, obwohl man sie gar nicht bestellt hat; ständig muss man das Interesse aller Bestandteile wachhalten, am besten, indem man ihnen etwas zu tun gibt wie schnipsen, damit sie nicht schwatzen; immer wieder muss man einzelnen Stimmgruppen neue Körperhaltungen verpassen, damit der Ton wach und trotzdem zufrieden klingt. Wir sind sehr gespannt, wie sich das alles in den Choreografien beim nächsten Konzert niederschlagen wird. Und dann die neuen Lieder! „Ebony & Ivory“ sitzt jetzt. Das haben wir zum Abschluss auf der Schlosstreppe gesungen und sind dafür von einer polnischen Schulklasse frenetisch gefeiert worden. „Autumn leaves“ haben wir fast durchgesungen.

Und hier und da schon gut geklungen. Grönemeyers Parkplatzsuche haben wir angesungen. Da liegt viel Arbeit vor uns. Und „Thank you for the music“ wartet noch in der Pipeline. Damit werden wir sicher Ende Februar durch sein, wenn unser nächstes Chorwochenende ansteht. Ein Dank geht an alle Organisatoren. Und natürlich an unsere Antje, die so geduldig jede einzelne unserer Saiten immer wieder stimmt, weil: Wir verziehen uns im Minutentakt.

Diese Stimmung immer wiederzufinden, ist sehr beglückend, macht ungeheuren Spaß. Kann man eigentlich nur jedem empfehlen.

fgs

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