Schuss im zoom

zoom-Probe mit Kriminal Tango
zoom-Probe mit Kriminal Tango
Auch in einer virtuellen Chorprobe kann es zum Schuss kommen.

Schuss in der virtuellen Chorprobe

Es ist zunächst ein beliebiger Donnerstag, 19 Uhr, und in wenigen Minuten beginnt das mittlerweile übliche Procedere. D.h. Rechner, Handy oder Laptop einschalten, das Mikrofon prüfen und die Kamera einrichten. Und nach und nach erscheinen, begleitet vom einem „Plimm“ aus dem Lautsprecher, die Protagonisten einzeln auf der Bühne. Die in diesem speziellen Fall jedoch aus einem Bildschirm besteht.

Ein Gesicht nach dem anderen füllt diesen Bildschirm. Man begrüßt freudig den einen oder anderen und hat Mühe ins Gespräch zu kommen, weil nun mal immer nur einer zu verstehen ist. Ein im Moment noch unlösbares technisches Problem.

Die virtuelle Probe nimmt den schon mehrfach erprobten Verlauf und alles ist irgendwie wie immer. Der eine findet dies nicht, der andere sieht das nicht, der nächste erklärt geduldig und am Ende geht es wieder oder besser irgendwie.

Erst am nächsten Tag bestätigt sich eine von mir ganz nebenbei bemerkte, aber mit keiner weiteren Beachtung und als bedeutungslos abgetane Kleinigkeit, dass da doch was war. Jetzt kann ich es deuten: es war dieses Lächeln, dieses Leuchten in den Augen der Chorleiterin.

Sie hat uns im Moment der allerhöchsten Konzentration bei der Darbietung des „leisen Servus“ bildlich festgehalten. Doch, damit nicht genug! Auch hat sie uns ein für alle Mal als “singende“ Zeugen einer kriminellen Handlung filmisch verewigt.

Die Folgen sind natürlich klar. Wie Ute richtig bemerkt hat, wird diese Tat in das große SALTO-Erinnerungsbuch eingehen.

rei

Zoom-out neu

Nach 10 Wochen keine Lust mehr auf Zoom-Probe
Die Corona-Zeit verlangt von uns allen inzwischen ganz schön viel Geduld …

Aufruf zur Stimmabgabe!

Zoom, zoom, zoom die ganze Welt in einem Room. Ich höre nur noch Zoom. Alle machen mit Zoom. Gut, wir ja auch, denn es verbindet immerhin was sonst vielleicht auseinanderfällt. Damit tröste ich mich, obwohl ich langsam zoommüde werde.

Die Proben sind trotz der Bemühungen aller Beteiligten eher nicht so effektiv. Es ist anstrengend zuzuhören, wenn alle versuchen etwas von sich zu geben – also ich meine gleichzeitig sprechen. Erforderlich wäre sowas wie „Funkdisziplin“. Wer früher mal mit CB-Funk (Citizen-Band) hantiert hat, weiß was ich meine. Es kann immer nur einer sprechen – Roger – piep. Kurz und gut, mich verließ so langsam die Freude am Probenbildschirm.

In den Tagen vor der letzten Probe erhielten die Chormitglieder von einer Mitsängerin eine E-Mail mit dem Link zu einem wundervollen Video eines Riesenchores – einen Schmachtfetzen singend. Unbeschreiblich! Wer sich jemals als Schnittmeister für Ton oder Film versucht hat, ahnt was für eine Arbeit dahintersteckt.

Und dann bringt sich doch bei der letzten Zoomprobe unser Axel mit einer Idee ein, so etwas Ähnliches mit uns zu probieren. Er möchte gerne, dass möglichst Viele von uns ihre Stimme eines ganz bestimmten Stückes einsingen. Diese will er dann schön zusammenschneiden für die Fête de la Musique.

Das hat mich total motiviert, endlich die von Antje gewünschten Hausaufgaben zu intensivieren. Zumal von unserem fleißigen Peter auch noch technische Hilfe in Form von passenden Sounddateien und Notenmaterial zur Verfügung gestellt worden waren.

Ich war plötzlich wieder Feuer und Flamme und konnte es gar nicht erwarten unser neues Zoom-Stück von Anfang bis Ende alleine durchzusingen. Die eigene raue Stimme nackt und bloß, ohne sich anlehnen zu können an Ton oder Rhythmus eines anderen Sängers.

Das zu hören, ist eine ganz neue Erfahrung.

Axel hat meine Stimme!

rai

Proben in den Zeiten des Killervirus

Salto Chorale macht eine Probe via Zoom
Auf Grund des Corona-Visus dürfen wir nicht mehr zusammen Proben. Doch mit zoom geht’s auch

Proben in den Zeiten des Killervirus. Wie schützen wir unsere Alten? Online proben. Da kann man sich höchstens einen Virus einfangen, der den Computer lahmlegt. Aber Vorsicht! Wie lange wird es dauern, bis auch dieser Virus die Maschine-Mensch-Barriere überspringt. Bleibt wachsam!

Ich war ja misstrauisch und hatte keine Lust auf online-Probe. Rein sachlich-fachlich hatte ich damit auch absolut Recht. Weder konnte ich das alles allzu ernst nehmen, noch war meine Stimme eine Freude für die Umwelt (über meinem Büro wohnt ein Chorsänger der Komischen Oper – mich gruselt die Vorstellung, er könne mich gehört haben). Also habe ich mich alle Meter lang davongeschlichen, um mir aus dem 10-Liter-Tetrapack Weißwein, der noch von Silvester stammt (!), einen kleinen Schluck zu genehmigen.

Das machte dann doch wieder Spaß. All die Kommentare zu hören, die mehr oder weniger konzentrierten Gesichter zu sehen. Und wenn Antje dann gesungen hat, konnte sie das Tempo nicht halten, oder vielleicht war es auch mein schwaches Netz. Erst wurde sie immer langsamer, dass ich dachte, sie schläft ein, nur um plötzlich, als das Netz wieder aufwachte, den Rest doppelt so schnell vorzusingen. Ich vermute mal, dass die wahre Antje das Tempo gehalten hat, ich kenne das von ihr nicht anders – und schließlich war ich angeschickert, nicht sie. Das muss man aus der Sicht eines kleinen Alkoholikers allerdings kritisieren, die demonstrative Art, wie mancher das Bier an den Hals hielt oder ein bauchiges Glas Rotwein dicht an das Weitwinkelobjektiv des Computers stellte, fördert nicht die eigene Abstinenz.

Der größte Effekt war für mich, dass ich glasklar erkannt habe, dass dieses Programm, diese App, zwar für Chorproben nur mäßig geeignet ist, für eine Lesebühne, die nicht mehr live stattfinden darf, aber das non plus ultra darstellt. So wird unsere Lesebühne SoNochNie! (www.sonochnie.wordpress.com) am Montag über zoom stattfinden – den Link gibt’s bei Facebook. Trotzdem … freu ich mich schon auf Donnerstag, wenn wir uns wiedersehn, das wird für mich ein Feiertag, ach Gott, wie ist das schön. Und wenn dann noch die Sonne scheint, und wenn der Rotwein rinnt, dann sind wir alle froh vereint, zur Not trink ich Absinth.

Bis zum nächsten Proben in den Zeiten des Killervirus!

fgs

Probe mit Einsatz

Probe mit 1-Hilfe-Einsatz begleitet von helfenden Händen

Ein kleiner Proben-Zwischenfall

Eine Probe mit Einsatz gab es an diesem Donnerstag. Dieser führte wunderbar vor, dass wir eine echt bunte Mischung von Menschen und Berufen sind. Unser Bass-Frank hatte sich, wie auch immer und vor allem unbemerkt, an Notenpapier geschnitten. Erst ein Bemerkung des neben ihm sitzenden Tenor-Axel machte auf das beständige Tropfen von Blut auf Hose und Hemd aufmerksam. Der Verbandkasten des Probenraumes wurde gesucht und auch recht schnell gefunden. Leider enthielt er keine Verbandpflaster. Spätestens hier sprang beherzt unsere Sopran-Claudia auf und als erfahrene Fachfrau schnapte sie sich ein kleines Verbandpäckchen und brachte die Sache professionell unter Verschluss. Ein kleiner Applaus im Abgang und dann durften wir wieder fröhlich „Sag zum Abschied leise Servus“ weiter proben.

Ups, habe ich da jetzt verraten, was wohl als nächstes in unser Repertoire aufgenommen wird? Na mals schauen. Unseren nächsten Auftritt haben wir zur Feté de la musique am 21. Juni. Wir freuen uns schon darauf.

jan.

Herbstzeitprobe

Salto Chorale macht jedes Jahr im Herbst eine Ganztagesprobe
Auf dem Weg zur Ganztageschorprobe im Herbst mit Salto Chorale

Oder: Zeit haben
Einmal im Jahr treffen wir uns zu einer eintägigen Herbstprobe. Einer Probe mit viel Zeit.

Wir nehmen uns Zeit, um unseren Atem zu spüren, um uns wild durcheinander zu mischen, um zu horchen, ob wir unser Gegenüber auch hören oder um eine andere Stimme zu singen, die gar nicht die eigene ist.

Und dann bekommt jede einzelne Stimmegruppe Zeit zum probieren. Und wir sind immerhin fünf! Ja, ein fünfstimmiger Chor. Da will jeder mal bedient werden.

Es ist, als würde uns Antje, unsere Chorleiterin, auf eine Reise mitnehmen. Wie funktioniert es und wie fühlt es sich an, wenn wir eher in der Kehle singen – mit Schmackes singen – mit Schmalz – mit Verve? Ausprobieren. Hören. Zusammen klingen lassen. Die eigene Stimme erkunden. In der Stimmgruppe. Im ganzen Chor. Öfter mal gibt es dann ein „Ahh, wahnsinn, hätte ich gar nicht gedacht …“ als Kommentar zu hören.

Und schließlich nutzen wir diese Probe auch einfach zum schwatzen. Schon immer wollte ich mit Anne über ihre Farben reden. Und mit Peter über seinen Garten … Auch dafür braucht es Zeit. Die nehmen wir uns, wenn wir in der Pause das Buffet stürmen. Jede und jeder hat etwas mitgebracht. Meistens selbst gemacht. Manchmal einfach noch schnell um die Ecke gekauft. Aber reichlich. Und reichhaltig.

So eine Tagesherbstzeitprobe ist echt wunderbar.

jan.

Öffenliche Probe im Weinbergpark

Salto Chorale bei einer öffentlichen Probe im Weinbergpark Berlin Mitte
Viel Spaß bei einer öffentlicher Probe im Weinbergpark im August in Berlin

Kaum ein Ort in Berlins Mitte ist im August schöner als der Park am Weinbergsweg. Drum findet ihr uns dort einmal im Jahr an einem lauen Sommerabend zur öffentlichen Probe. Das Grundrauschen der Stadt wird milder, Freunde lassen sich auf Picknickdecken nieder, es werden Becher mit Getränken herumgereicht und nebenan toben Hunde.

In diesem Jahr singen wir erstmals Viva la vida von Coldplay und Catch and Release von Matt Simons. Passanten bleiben stehen und lauschen, als wir einen Ausflug ins Haus am See von Peter Fox wagen. Hit the Road, Jack und Home on that Rock runden die Probe ab.

Nach dem Gesang noch gemütlich schwatzen mit den Freunden, dann schwingen wir uns auf die Räder – die nächste Probe findet in der darauffolgenden Woche wieder im John-Lennon-Gymnasium statt. Wer beim Vorbeispazieren Lust bekommen hat, mit uns zu singen, melde sich einfach!

ann.

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