Zoom-out neu

Nach 10 Wochen keine Lust mehr auf Zoom-Probe
Die Corona-Zeit verlangt von uns allen inzwischen ganz schön viel Geduld …

Aufruf zur Stimmabgabe!

Zoom, zoom, zoom die ganze Welt in einem Room. Ich höre nur noch Zoom. Alle machen mit Zoom. Gut, wir ja auch, denn es verbindet immerhin was sonst vielleicht auseinanderfällt. Damit tröste ich mich, obwohl ich langsam zoommüde werde.

Die Proben sind trotz der Bemühungen aller Beteiligten eher nicht so effektiv. Es ist anstrengend zuzuhören, wenn alle versuchen etwas von sich zu geben – also ich meine gleichzeitig sprechen. Erforderlich wäre sowas wie „Funkdisziplin“. Wer früher mal mit CB-Funk (Citizen-Band) hantiert hat, weiß was ich meine. Es kann immer nur einer sprechen – Roger – piep. Kurz und gut, mich verließ so langsam die Freude am Probenbildschirm.

In den Tagen vor der letzten Probe erhielten die Chormitglieder von einer Mitsängerin eine E-Mail mit dem Link zu einem wundervollen Video eines Riesenchores – einen Schmachtfetzen singend. Unbeschreiblich! Wer sich jemals als Schnittmeister für Ton oder Film versucht hat, ahnt was für eine Arbeit dahintersteckt.

Und dann bringt sich doch bei der letzten Zoomprobe unser Axel mit einer Idee ein, so etwas Ähnliches mit uns zu probieren. Er möchte gerne, dass möglichst Viele von uns ihre Stimme eines ganz bestimmten Stückes einsingen. Diese will er dann schön zusammenschneiden für die Fête de la Musique.

Das hat mich total motiviert, endlich die von Antje gewünschten Hausaufgaben zu intensivieren. Zumal von unserem fleißigen Peter auch noch technische Hilfe in Form von passenden Sounddateien und Notenmaterial zur Verfügung gestellt worden waren.

Ich war plötzlich wieder Feuer und Flamme und konnte es gar nicht erwarten unser neues Zoom-Stück von Anfang bis Ende alleine durchzusingen. Die eigene raue Stimme nackt und bloß, ohne sich anlehnen zu können an Ton oder Rhythmus eines anderen Sängers.

Das zu hören, ist eine ganz neue Erfahrung.

Axel hat meine Stimme!

rai